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December 21, 2010

Sagt der Kontakter so zum Texter …

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K: Ey, wir haben in unserem Newsletter doch diesen Hinweis auf das Gewinnspiel XY. Wie können wir denn zusätzlich andeuten, dass es auf unserer Website noch viel mehr Gewinnspiele gibt?


T: Wir haben doch nur das eine.


K: Jaaaa. Neeee. In Zukunft wird es ja noch viel mehr geben.


T: Vorbeiklicken lohnt sich: auf FingerInDenPo-Mexiko.de gibt es immer viele tolle Aktionen, wie zum Beispiel das große Gewinnspiel HammerDing, bei dem Sie ein (beliebiges Kfz einfügen) gewinnen können.

 

K: …

 

T: …

 

K: Hmmmmm….

 

T: „Hmmmm“ was?!

 

K: „Zum Beispiel“ … klingt irgendwie total unwerblich.

 

T: WATT?!?

 

K: Ach komm, du weißt schon. Klingt doch irgendwie komisch.

 

T: Komisch?

 

K: Ich finde schon.

 

T: Und?

 

K: Keine Ahnung. Mich störts halt.

 

T: Na dann nehmen wir eben „beispielsweise“.

 

K: Willste mich verarschen?

 

T: Was?

 

K: Gibt es denn kein anderes Wort dafür … was werblicher klingt?

 

T: Wieso sollte es?

 

K: Jetzt sach doch ma!

 

T: Nein, gibt es nicht.

 

K: Klar. Denk doch erstmal drüber nach. Ich bin zwar kein Texter, aber da muss‘s doch was geben.

 

 

Der Texter kehrt in sich:

 

Hmmm. Okay, versuchen wir es doch mal mit diesem „Nachdenken“. Schließlich will ich mir ja nicht vorwerfen lassen müssen, für neue Dinge nicht aufgeschlossen zu sein.

 

Also: Der kleine beispielsweise und sein großer Bruder zum Beispiel waren noch nie die Hellsten, geschweige denn ambitioniert genug, im heutigen popkulturellen Vokabular Karriere zu machen. Sie wohnen immer noch bei Mutter Exempel und durchzechen die Nächte im Zum alten Wortschatz, einer runtergekommenen Rhetorik-Spielunke am Asbach. Hier kehren sonst nur zwielichtige Gesellen wie der alte Feilbieten oder der einäugige Gutdünken ein. Diese Schergen wegelagern oft in alten Schriften und lauern dort jungen Gelehrten auf, um sie aufs übelste zu verwirren. Wenn dann die Duden-Polizei eintrifft ist meist schon alles vorbei und die geistig umnachteten Opfer können nur noch in Satzworten wie „Ischwaisnisch!“, „Machsumischan?“ oder „Ersgutajunge!“ antworten.

 

Moment! Vielleicht stellt man sich hier die Frage, warum eigentlich eine werblichere Form dieser unauffälligen Nutzworte nötig seien sollte. Diese Frage zeigt ganz offen ein völlig veraltetes Verlangen nach Logik sowie ein geradezu pädophiles Bedürfnis nach einem kindlichen „Ach so, ja dann…“-Erlebnis. Solche Fragen sollte man aber nie laut oder jemand anderem als Harvey, dem unsichtbaren Hasen, stellen. Sonst gilt man schnell als Querulant oder Mecker-Mäulchen. Lieber direkt am Eingang das Hirn abgeben, sich ordentlich „commiten“ und mit einem dreifachen Hurra gegen die Wand rennen.

 

Aber wieder zurück zu den Beispiel-Brüdern. Es wird Zeit, dass die beiden endlich VerantWORTung übernehmen und sich für die moderne Werbelandschaft prostituieren. Zeit für ein Umstyling a la GNTM mit Haare ab und Pippi inne Augen:

 

Vorher:         zum Beispiel

Nachher:       Zoom!-Beispiellennium

 

Vorher:         beispielsweise

Nachher:       geilspielwiese

 

 

Sinnfrei mit Auszeichnung? Aber immer!

 

Werblicher? Ich denke doch.

 

Feierabend? Na endlich!