Was wollen wir genießen – sieben Tage lang?
Wenn political correctness, Marketingfuzzis und Berufsempörte aufeinandertreffen, kommt Schlimmes dabei raus. Mein Lieblingsbeispiel: Bier.
Schon gemerkt? In der deutschen Werberealität (das ist so was wie die Matrix, nur eben Teil 2 und 3) wird Bier niemals, aber auch wirklich niemals getrunken – es wird genossen.
Ja nee, is klar. Wie oft habe ich mich schon mit Freunden verabredet mit dem festen Vorsatz, am Abend mal schön einen genießen zu gehen.
Auch uns ist es bei Prügelstrafe verboten, im Zusammenhang mit dem Sortiment eines unserer Kunden auch nur im entferntesten von trinken zu sprechen. Das geht dann so weit, dass es auch verboten ist, bei Champagner Sekt “für rauschende Feste” zu benutzen. Oder überhaupt von feiern zu reden. Sonst könnte noch jemand auf die Idee kommen, die Leute, die das Zeug kaufen, würden es am Ende sogar trinken. Absurd! Diese Einschränkungen werden aber ganz besonders albern, wenn man bedenkt, dass der Claim dieses Kunden ziemlich unverhohlen auf Totalabschuss anspricht.
Merke:
Deine Firma kann zwar voll toll sein, das bedeutet aber noch lange nicht, dass der Sprit den du verkaufst auch wirklich zum Trinken geeignet ist. Auch ne Erkenntnis.