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November 23, 2009   1 note

Vorsicht: Kunde textet mit!

So – hier meldet sich der zweite der drei Werbetexter. Noch dazu das einzige weibliche Wesen. Gut, dass sich seit „Mad Men“-Zeiten doch einiges getan hat, was Frauen in der Werbung angeht. Schade nur, dass der Job des Texters oft geschlechterübergreifend grausam ist. Und wisst Ihr warum? Weil es jeder kann.

Denn das ist die erste Regel des Texterberufes: TEXTEN KANN JEDER. Wirklich jeder: Kontakter, Art Director, Layouter, Kontakt-Azubis, wahrscheinlich sogar die Putzfrau. Und am allerbesten textet immer noch der Kunde – und würde das auch immer machen. Viel besser als du. Wenn er nur Zeit hätte.

Beweise für das außergewöhnliche Textertalent des Kunden gibt’s viele. Immerhin muss er in der Familie immer die Karte schreiben, wenn die Omma Geburtstag hat. Und macht das dann auch immer ganz peppig. Oder pfiffig – beides Lieblingsworte von Kunden, wenn’s ums Texten geht.

Wenn der Kunde selbst nicht textet (selten), dann ist seine Frau ganz doll kreativ. Die malt nämlich auch. Auf Seide und so. Und hat schon in ihrer Studienzeit Gedichte geschrieben, da schlackern armen Texter-Würstchen aber die Ohren. So feinfühlig sollte man auch mal mit den Texten fürs Produkt umgehen (Schrauben, Gipsputz, Herzschrittmacher, Zungenwurst…).

Wahre Geschichte: Bei einem Flyer für Holzschutzmittel für den Außenbereich konnte sich der Kunde einfach nicht für meine Titel-Headlines begeistern. Irgendwie (auch so ein Lieblingswort) kam da einfach keine Leidenschaft für das so hoch emotionale Thema der Außenbereichs-Holzschutz-Chemie rüber. Nach Tagen des Herumeierns sagte er dann mit tiefem, enttäuschtem Seufzer „Ich frag heute Abend mal meine Frau, der fallen immer so schöne Sachen ein.“ Am nächsten Tag kam dann der triumphierende Vorschlag:

Das ist prima:
Holz ist gut fürs Klima.

Sublim.

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