Glückwunschkarten - die Geissel des Universums
Leider gar nicht mal so selten ordern Kunden persönliche Glückwunschkarten für Mitarbeiter-Geburtstage, Kollegen-Abschiede oder Chef-Beförderungen. Dann heißt es Urlaub, krank oder sich unsichtbar machen - denn das typische Briefing sieht so aus:
Kunde: “Frau Schiessmichtot aus dem Marketing hat morgen ganz plötzlich Geburtstag und wir brauchen dringend noch heute eine Karte. Aber nicht irgendwas (das könnten wir ja selbst kaufen), sondern was voll persönliches und kreatives. (Immerhin ist die Gute ja die rechte Hand vom Chef und zeigt dem dann vielleicht die Karte - und der sieht, wie cool und witzig ich bin …)”
Kontakter: “Aber klar doch!”
Texter (zu Kontakter): “Ahem … Tja, das mit dem “persönlich” ist ein bisschen schwierig, wenn wir gar nichts über die Frau wissen. Wie heißt sie mit Vornamen? Wie alt wird sie? Vielleicht ein paar Hobbys oder Vorlieben, mit denen wir arbeiten können?”
Kontakter: leerer, verständnisloser Blick.
Kunde: leerer, verständnisloser Blick - obwohl er nach eigener Aussage schon 15 Jahre mit der Dame zusammen arbeitet. Dann kommt: “Tja - ich glaub, die hat nen Hund.”
OK. Frau Schießmichtot, Vorname und Alter unbekannt. Besonderes Erkennungsmerkmal: Hund. Was will man mehr. Also bastelt man an einer niedlichen Hundekarte - und dann kommt vom Kunden:
“Also - das find ich ja jetzt ganz schön langweilig. Noch nicht mal Elkes Vorliebe für Extremsportarten und Swingerclubs habt ihr verarbeitet. Außerdem züchtet sie Doggen und auf eurer Karte ist ein Mops. Da müßt ihr aber noch mal ran.”
Kontakter: (vorwurfsvoll): “Da müssen wir jetzt noch mal ran!”
Und ganz klar ist: Wenn Kontakter “wir” sagen, meinen sie “ihr” - und in unserem Fall immer nur den Text.
Schluchz.