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November 30, 2009

Das Verbesserte ist der Feind des Guten

Schlimmer geht bekanntlich immer. Schlimmer geht sogar als Steigerungsform von „gut“. Der Volksmund spricht in solchen Fällen von Verschlimmbesserungen, der Texter hingegen oft gar nicht oder nur noch mit erhobener Stimme: Wiederholte Fehlerteufelei macht, je nach Naturell, sprachlos oder rasend. Wer je gegen gewisse sprachliche Irrglauben angekämpft hat, die sich hartnäckig halten, weiß, wie vergleichsweise aussichtsreich dagegen der Kampf gegen Windmühlen ist.

Einer der Teufel, um deren Austreibung ich mich seit Jahr und Tag bemühe, ist zum Beispiel die durch und durch unselige „Triologie“. Mit der hatte ich schon viel Spaß, als ich im Kundenauftrag Lobhudeleien auf Tolkiens dreibändiges Werk „Der Herr der Ringe“ verfassen durfte. Wann immer ich der Triologie ihr falsches „o“ entrissen hatte, ließ eine dunkle Macht (hier: Herr B. aus F.) es zurück in den Text rollen; mit ähnlicher Beharrlichkeit suchte man aus meinem Stephen (hier: King) einen „Steven“ zu machen.

Kürzlich durfte ich „sodass“ erst nach langem, zähem Ringen mit dem Kunden in der vom DUDEN empfohlenen Weise schreiben. Viel Freude hat mir auch der Versuch des Kunden bereitet, aus einem im fraglichen Zusammenhang richtigen „verbreitert“ ein falsches „verbreitet“ zu machen – es ging da um ein Babytöpfchen, dessen neue, verbreiterte Sitzfläche angeblich noch mehr Komfort bietet (wie weit verbreitert die Fläche ist, weiß ich nicht. Offensichtlich aber ist das Modell noch nicht so weit verbreitet, dass man sich die Werbung dafür sparen könnte).  

Darüber, dass jemand aus einem „mnemotechnisch“ ein „memotechnisch“ und aus einem „hie und da“ ein „hier und da“ macht, kann ich schon fast lächeln, über die inzwischen fast flächendeckende Verwechslung der „Reverenz“ mit der „Referenz“ hingegen nicht – vor allem dann nicht, wenn der im jeweiligen Zusammenhang richtige Ausdruck dann vom stillschweigend durch den Begriff ersetzt wird, den der Reinzeichner für den richtigen hält. Oder der Kontakter. Oder der Kunde. 

In diesem Sinne: Machen Sie’s nicht besser – lassen Sie’s gut sein!